Trinidad & Tobago - Ein karibisches Juwel - Sieglinde und Reinhold Flecke

Reisebericht unserer Reise nach Trinidad und Tobago vom 06.05. bis zum 21.05.2013

Am Flughafen in Tobago bot man uns beim Einchecken nach Trinidad an, auf einen früheren Flug umzubuchen, wir kamen also zwei Stunden früher als geplant in Port of Spain an. Mit Hilfe eines freundlichen Taxifahrers riefen wir unseren Reiseführer Matthew an, der uns dann zu unserer ersten Unterkunft im Gästehaus „Chateau Guillaumme“ in Arima abholte.
 
Dort verbrachten wir vier Nächte, gut bekocht von seiner Frau Joan, mit Gerichten aus der Region, zum Frühstück gab es schon Mangos aus dem eigenen Garten.
Gefragt von Matthew, was wir von unserem Urlaub erwarten, sagten wir u.a. „viele neue Obstarten kennenlernen“, Es war Grund für Ihn, immer wenn wir unterwegs waren anzuhalten und auf neue, uns unbekannte Früchte hinzuweisen, Wir haben viel probiert!
Von Arima aus starteten wir zu drei Ausflügen.
 
Einen Tag besichtigten wir zwei Hindutempel, picknickten unter einem Kanonenkugelbaum mit wunderschönen zarten exotischen Blüten und am Nachmittag ging es in die Caroni-Mangrovensümpfe., wo wir viele Scharlachrote Ibisse, sowie Baumkrabben, Schlangen und einen kleinen Ameisenbär vom Boot aus sahen.

Am nächsten Tag ging es zum Rio Seco Wasserfall, unsere erste Wanderung, die uns in den Regenwald führte. Matthew hat uns viel gezeigt und erklärt. Im Pool des Wasserfalls konnten wir baden und blau schillernde Schmetterlinge beobachten - ein kleines Stück Paradies.

Der nächste Tag sollte uns an die Nordküste zur einsamen Paria Bay führen. Es sollte dieser Tag sein, denn die stark leuchtenden Blumen im Regenwald zeigten Regen für die Nacht an, was ideal für die Tour sei. Start sechs Uhr morgens ohne Frühstück. Über eine schmale Gebirgsstraße ging es aufwärts durch den Regenwald, bis zu einer Stelle, wo man rückblickend Arima in der Ferne liegen sah, und nach vorne nur Nebel. Matthews Enttäuschung war groß, doch nicht den richtigen Zeitpunkt. abgepasst zu haben.
 
Nach kurzem Rückblick Richtung Arima wandelte sich der Blick in die andere Richtung jedoch kolossal. Wir sahen den Regenwald „kochen“. Überall dampfte es , stiegen Nebelfahnen auf, das Frühstück an dieser Stelle war grandios. An der Küste verweilten wir später an vielen traumhaften Buchten, fanden wilde Mangos, wilde Muskatnüsse und viele uns unbekannte Pflanzen, badeten im Pool des Paria-Wasserfalls und kamen kurz vor dem Dunkelwerden wieder an unserem Bulli an, um durch den Regenwald nach Hause zu fahren. Abends, wie vorgenommen, in Arima auszugehen, um
Musik zu hören, war allerdings kein Thema mehr. In Arima blieb nur Zeit für einen kurzen Bummel am nächsten Morgen.

Danach stand unser erster Quartierwechsel ins Pax-Gästehaus am Mt St. Benedict an, schön und ruhig gelegen, mit großartiger Aussicht, vor allem nachts, auf die Lichter der Städte in der Ebene bis hin zur Küste. Auch hier gab es schon morgens zum Frühstück einen Obstteller vorweg, abends Buffet mit vielen heimischen Speisen. Unsere Wirtin sprach gut deutsch, sie stammte aus den Niederlanden und ist mit einem Trinidadianer verheiratet. In der Umgebung gab es viel Natur pur.

Wir unternahmen eine kleine Wanderung Richtung Gebirge, wo man in der Ferne die Caroni-Sümpfe von oben erblicken konnte und einen großartigen Blick auf das Kloster hatte. Es gab viele bunte Schmetterlinge zu beobachten. Im Kloster hergestellten Joghurt haben wir reichlich genossen.
 

Einen Tag holte uns Matthew morgens zur Inselrundfahrt ab. Über San Fernando ging es zum Phänomen Asphaltsee. Beeindruckend auch die Vorgärten in der Ortschaft in der Nähe, wo Blumen zum Teil von Asphalt umgeben sind, der dort aus der Erde aufsteigt. Wir haben viele Strände besucht, sind durch viele Ortschaften, meist Straßendörfer gefahren, bekamen viel gezeigt und erklärt, probierten Pomerac, eine heimische Frucht, und ließen uns das von Joan
mitgegeben Essen an schönen Orten schmecken.

In Tobago verbrachten wir noch vier Tage in Castara, einem kleinem Fischerdorf an der Nordküste. Vom Balkon unseres Apartments hatten wir eine traumhafte Aussicht auf Strand und Bucht. Zur nicht weit entfernten Englishmen's Bay machten wir uns zu Fuß auf. Unser Ziel, einen der schönsten Badestrände Tobagos, hatten wir dann fast für uns alleine.
 
In Castara ging ein Sportfischerwettbewerb zu Ende. Wir konnten noch viele der vor den Küste harpunierten Fische bestaunen. Abends in einem Lokal zum Dinner, mussten wir unser Caribbier nebenan holen, das Dinner war hervorragend, aber alkoholische Getränke wurden hier nicht verkauft. Auch eine Erfahrung, die wir bisher so nicht gemacht haben.

Am letzten Tag durften wir dann noch so einige richtige karibische Schauern erleben, aber selbst der Regen ist hier warm, das Meer ist warm, immer um die 26 Grad und tagsüber hat man ca.28 bis 32 Grad, auch nachts braucht man nur leichte Bekleidung, man kann sich daran gewöhnen. Das Klima haben wir erstaunlich gut vertragen, richtig feucht war die Luft nur, wenn die Sonne nach einem Schauer sofort wieder schien. Der Abschied fiel uns sehr schwer.

Unser Fazit:
 
Es sollte ein ganz anderer Urlaub sein
 
als sonst (oft Trekking in kleiner Gruppe). Das war er auch. Wir haben viel gesehen und erlebt und uns trotzdem gut erholt. In diesem Urlaub haben wir wissentlich keine Deutschen getroffen und nicht sehr viele Europäer. Gerade auf Tobago kamen wir uns oft als Exoten unter der heimischen Bevölkerung vor.
 
Organisatorisch hat alles bestens geklappt, unserem Reiseführer auf Trinidad merkt man seine Liebe zum Land an, die Leute mit denen wir zu tun hatten, waren ausgesprochen nett. Die Uhren ticken hier ein wenig anders, langsamer als bei uns. Die Hektik hat man zurückgelassen, man spürt viel Lebensfreude und vom Essen her ist die Reise ein Genuss. Die Küche ist sehr vielseitig, es gibt viele fremde Gewürze und Speisen zu erkunden , es macht glücklich, die eisgekühlten Getränke, Bier, Mixgetränke, Fruit- oder Rumpunsch zu genießen. Alkohol und Drogen scheinen manchmal
ein Problem zu sein.
 
Zu kurz gekommen ist in diesem Urlaub das Thema Musik. Die Zeit war dazu einfach zu kurz, die Zeit ab September ist dafür vielleicht auch noch besser geeignet. Wir haben es uns fest vorgenommen, dies nachzuholen mit einer weitereren Reise in ein Land mit üppiger Natur, mit traumhaft schönen Stränden, die nicht nur zum Baden und Schnorcheln einladen und wo der Massentourismus noch keinen Einzug gehalten hat.
 
Mai 2013, Sieglinde und Reinhold Flecke

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